Nachfolgend finden Sie Erfahrungsberichte zum Thema Verwaltungsrat / Beirat / KMU

Zirkulationsbeschluss im Verwaltungsrat von lic. iur. Nicolas Facincani, LL.M.*


Interview mit Headhunter Dr. Bjørn Johansson von Dominic Lüthi*

 

Welchen Mehrwert bringt der Verwaltungsrat? von Roman Probst*

 

Teamleistung unter Druck von Herrn Tibor Koromzay, lic.phil.*

 

Wie als Verwaltungsratspräsident mehr Wirkung erzielen? von Frau Dr. Beatrice Sigrist*

 

Voller Einsatz gefordert von Raoul D. Stählker*

 

Beiratstätigkeit in der Schweiz wird immer populärer von Christoph Kaufmann*

 

Wie aktiv soll ein Verwaltungsrat sein? von Dr. Søren Bjønness*

 

Anforderungen des VR aus eigener Erfahrung von Dr. Christoph Sievers*

 

Frauen in Verwaltungsräten - bessere Leistung dank gemischten Gremien von Dr. Barbara Rigassi und Dr. Michèle Etienne*




Interview mit Dr. Bjørn Johansson

Fragen an Dr. Bjørn Johansson am 20.12.2016 von Dominic Lüthi, Gründer VRMandat.com

 

Dominic Lüthi: Sie gelten als "one of the World's most influential Headhunters" – würden Sie für uns ein Geheimnis lüften: warum vertrauen Ihnen grosse Unternehmen für die Besetzung von wichtigen Positionen schon so lange?

 

Dr. Bjørn Johansson *schmunzelt* Eigentlich müssten sie die Firmen bzw. meine Klienten fragen. Es wird wohl eine Kombination von über 36 Jahren Branchenerfahrung und meinem Leistungsausweis sein. Zudem bin ich trotz meiner 69 Jahre noch immer präsent, aktiv und vital. Ich fühle mich sogar an der Spitze meiner Karriere im Executive Search.

 

Dominic Lüthi: Wie viel Prozent von Ihren Platzierungen sind strategische Mandate (Verwaltungsrat, Stiftungsrat, Beirat, oder ähnliches)?

 

Dr. Bjørn Johansson : Es ist ca. ein Drittel Verwaltungsratssuche, ein Drittel sind CEOs und ein Drittel Konzernleitungsmitglieder. Im Moment ist es etwas mehr Verwaltungsratssuche. Ca. 30% unserer Tätigkeiten sind in der Schweiz, ca. 40% in Europa, ca. 20% in den USA und der Rest in Asien. Ich möchte anfügen, dass natürlich alle meine Suchaufträge mit Strategie zu tun haben.

 

Dominic Lüthi: Um unseren Leserinnen und Lesern eine Hausnummer anzugeben, von welchen Vermittlungsbeträgen reden wir bei der Besetzung eines Top-VRs (oder einer Top- Operativen Position)?

 

Dr. Bjørn Johansson : Es ist sehr unterschiedlich. Die Vermittlungsfee für einen CEO kann in seltenen Fällen eine bis zu siebenstellige Summe sein. Unter CHF 200‘000.- arbeiten wir nicht. Für einen Verwaltungsrat beginnen wir ab CHF 120‘000.-, für einen VRP ab CHF 240‘000.-

 

Dominic Lüthi: womit sind VR-Honorare für ein Mitglied eines VR von einer Schweizer Bank von CHF 480'000.- pro Jahr zu rechtfertigen?

 

Dr. Bjørn Johansson : Zuerst muss man einmal sagen, dass in der Schweiz die höchsten VR-Honorare in der Welt bezahlt werden. Des Weiteren sind wir die Nummer 1 in der Welt in Sachen multinationaler, multikultureller und globaler Konzernleitungen, respektive Verwaltungsräte.  Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Bei den 30 grössten Unternehmen in der Schweiz sind über 40% der VRPs Ausländer, bei den CEOs sind es über 70%.

Als Verwaltungsrat eines solchen Unternehmens ist man nicht nur permanent mit gewichtigen Risiken konfrontiert, man haftet heute. Es gibt auch heikle Zeiten, in denen man sehr viel mehr arbeiten muss als die vielleicht üblichen 16-20 Tage pro Jahr. Die erfreuliche Botschaft ist aber: Wir haben absolut keine Probleme, gute Verwaltungsräte zu finden.

 

Dominic Lüthi: Sie arbeiten als Headhunter nur auf Auftragsbasis, trotzdem die Frage: Bekommen Sie auch Anfragen von Kandidaten/innen, die sich spezifisch ein Verwaltungsratsmandat wünschen?

 

Dr. Bjørn Johansson : Wir arbeiten nur auf Auftragsbasis, trotzdem bekommen wir im Jahr zwischen 1‘500 und 1‘800 Anfragen für alle möglichen Positionen.  Jede dieser Anfragen wird von uns beantwortet.

 

Dominic Lüthi: Was raten Sie diesen Menschen?

 

Dr. Bjørn Johansson : Gewisse dieser Menschen kommen in unsere Kartei. Nicht alle eignen sich. Es ist für viele Menschen ein Traum, aber man muss realistisch sein. Vielleicht ist es vergleichbar mit dem Fussball, nicht alle Spieler können in der Champions League spielen.

 

Dominic Lüthi: Nehmen Sie einen grossen Unterschied wahr, in der Suche nach Kandidaten für einen Verwaltungsrat / einen Stiftungsrat / einen Beirat?

 

Dr. Bjørn Johansson : Stiftungsräte arbeiten teilweise ehrenamtlich oder mit anderen Honoraren als Verwaltungsräte. Es gibt Führungskräfte, die der Welt gerne etwas zurückgeben möchten und sich speziell für die Arbeit in einer NGO oder einer NPO interessieren; hier besteht insofern ein Unterschied in der Suche.

 

Dominic Lüthi: ca. 99% aller Schweizer Unternehmen sind KMUs – dies wohl auch weil der Begriff KMU (je nach Definition) ein weiter ist und von 1 Mitarbeiter bis zu 250 Mitarbeitern reichen kann. Ca. 93% von allen Schweizer Aktiengesellschaften beschäftigen nur 1 bis 49 Personen. Dementsprechend gäbe es einiges an Potential, im Schweizer KMU-Markt Verwaltungsräte zu vermitteln. Warum wird das Ihrer Meinung nach noch zu wenig getan? (Kosten, Vertrauen, Gewohnheit, eigene Netzwerke, etc.)

 

Dr. Bjørn Johansson : Ich könnte mir vorstellen, dass das verschiedene Gründe hat:

Zum einen existiert in vielen Kleinunternehmen meistens ein einziger „Bestimmer“, z.B. ein Eigentümer, ein Gründer oder ein Hauptaktionär. Diese Person ist der Kapitän und will vielleicht (zu Recht oder zu Unrecht) nicht zu viele Beeinflusser haben. Als weiteren Grund könnte ich mir vorstellen: Viele KMUs sind typische Familienunternehmen. Dort besteht das Lenkungsgremium dann z.B. aus Eltern und Kindern. In vielen dieser Konstellationen wurde vielleicht der Vorteil einer externen, neutralen und unabhängigen Person noch nicht entdeckt. Oder man sieht den Vorteil noch zu wenig. Ein weiterer Grund ist bestimmt auch die Unsicherheit und Unerfahrenheit: Weshalb brauche ich einen professionell aufgestellten Verwaltungsrat, wenn doch alles gut läuft? Und wie würde ich die richtige Person finden?

Schlussendlich ist es bestimmt auch eine finanzielle Frage. Was kostet die Suche und die jährliche Entlohnung eines Verwaltungsrates? KMUs machen sich diesbezüglich bestimmt mehr Gedanken als Konzerne mit Milliarden-Umsätzen.

Allgemein gesagt könnte ich mir vorstellen, dass mangelnde Erfahrung und Transparenz dafür verantwortlich ist, dass immer noch im engsten Umfeld (Stichwort: Familie, Freunde, Verwandtschaft, Serviceclubs, etc.) nach Verwaltungsräten gesucht wird. Oder es sind die anderen Gesellschaften (z.B. die GmbHs, etc.), die nicht wissen, dass sie einen Beirat installieren könnten  – aber zu beiden erwähnten Themen wird wohl VRMandat.com die Lücke füllen.

 

Dominic Lüthi: Ist eine VR-Tätigkeit in KMUs förderlich oder hinderlich, um bei einem Big Player in den VR gewählt zu werden? Mit anderen Worten: Positioniert sich jemand, der bei einem KMU im VR ist?

 

Dr. Bjørn Johansson : Ich persönlich kenne viele Personen, die in grossen Unternehmen im Verwaltungsrat sind, welche nebenbei auch in kleinen Unternehmen oder gar Startups sind. Es ist heute dahingehend transparenter geworden. In einem KMU kann man als Verwaltungsrat vielleicht mehr bewegen, oder in einer Non-Profit Organisation viel zurückgeben, weshalb ich die Motivation verstehen kann.

 

Dominic Lüthi: Vor allem KMUs haben die Herausforderung, dass sie hochentwickeltes Personal für den VR suchen, aber oft nicht dementsprechende Entlohnungsmöglichkeiten haben. Was raten Sie diesen Unternehmen?

 

Dr. Bjørn Johansson : Es gibt bestimmt verschiedene Modelle und auch Lösungen für Startups, zudem darf es ja auch ein dynamisches System sein: Man könnte zum Beispiel das VR-Honorar gewinnabhängig machen. Wenn das Unternehmen noch keinen Gewinn auszeichnen kann, könnte man sich zu Beginn mit wenig Honorar einigen. Das kann sich ja mit der Zeit entwickeln. Bei kleineren Unternehmen bietet es sich zudem an, weniger Personen im Verwaltungsrat zu haben.

 

Dominic Lüthi: aktuell wird vor allem die Gender-Diversity, respektive deren Regulierung diskutiert. Gibt es Ihrer Meinung nach auch andere Merkmale, denen man in Zukunft mehr Beachtung schenken wird?

 

Dr. Bjørn Johansson : 1. Unabhängigkeit: Ich glaube, dass die Unabhängigkeit im VR in Zukunft an Wichtigkeit gewinnen wird. Zum einen heisst das, dass alle Mitglieder des VR frei und unabhängig entscheiden können. Es ist schwierig, wenn sich ein VR-Mitglied wegen des Prestiges oder der Entlohnung an sein Mandat klammert. Die VR-Mitglieder sollten nicht wie eine „Fahne im Wind“ reagieren. Zum anderen bedeutet Unabhängigkeit auch, dass der Verwaltungsrat frei in seiner unternehmerischen Meinung ist und z.B. keine Angst haben sollte, zu sagen was er denkt und was er für richtig hält.

2. Mix: Ich denke Diversität wird in Zukunft wichtig sein und ein dynamisches System bleiben. Damit meine ich nicht nur Gender-Diversity, sondern auch einen Mix bezüglich des Alters, der Skills und der Branchenkenntnisse. Je nachdem, wo sich das Unternehmen befindet, Stichwort Internationalisierung, Wachstum, etc.

 

Dominic Lüthi: Eine gesetzlich verordnete Frauenquote in den Verwaltungsräten hätte nachweislich klare Vor- aber auch Nachteile. Gäbe es Ihrer Meinung nach auch einen „weicheren“ Lösungsweg?

 

Dr. Bjørn Johansson : Ich glaube, das Ganze durch ein starres Gesetz regulieren zu wollen, ist der falsche Ansatz. Ich persönlich finde das Englische System das zielführendste: In der Westlichen Welt und in der Schweiz verzeichnet man einen Trend zu mehr Frauen in Verwaltungsräten, obschon es noch keine Gesetzgebung gibt.

Die Frage stellt sich, ob die starre Frauenquote Norwegen etwas gebraucht hat - die Antwort lautet nein. Weil man offensichtlich nicht genügend qualifizierte Frauen gefunden hat, hatte diese Quote eine Nivellierung nach unten zur Folge.

 

Dominic Lüthi: Die Generation Y ist in der Berufswelt angekommen (jene, die im Zeitraum von etwa 1990 bis 2010 zu den Teenagern zählten), viele davon sind bereits in Top Berufspositionen tätig. Wie stehen Sie zu jüngeren Menschen im Verwaltungsrat eines gestandenen Unternehmens?

 

Dr. Bjørn Johansson *lächelt* in Harvard gab es immer eine Standard-Antwort: „It depends“. Wahrscheinlich kommt’s auf die Branche an: Wenn Sie ins Silicon Valley schauen, damals und heute: Microsoft, Apple, Google, Facebook, Tesla, etc. das waren sehr junge Leute, die diese Unternehmen gegründet haben. Bill Clinton wurde mit 44 Jahren Präsident der USA und hatte damit einen der grössten Jobs auf der Welt.

In der „alten Welt“ (Grossbank, Pharma, etc.) ist es sicher schwierig als 28ig-Jähriger in den Verwaltungsrat zu kommen, das ist ein ganz anderer Kosmos. Wichtig erscheint mir mittels Unternehmertum Wachstum und damit Arbeitsplätze zu schaffen um z.B. auch Jungendarbeitslosigkeit zu bekämpfen.

 

Dominic Lüthi: Haben Sie eine generelle Empfehlung für die KMU-Inhaber/innen in Sachen Verwaltungsrat:

 

Herr Dr. Bjørn Johansson empfiehlt den KMU-Inhaberinnen und Inhaber grundsätzlich ein neutrales und unabhängiges Mitglied in den Verwaltungsrat zu wählen. Sei es um eine bessere Aussensicht zu ermöglichen oder vielleicht einmal eine Korrekturmassnahme eingeflüstert zu bekommen. Einen Sparringpartner zu haben ist für den VRP / CEO essenziell. Vielleicht kann diese Rolle einmal vom Anwalt oder vom Treuhänder eingenommen werden – doch diese Meinung könnte auch zu einseitig sein.

 

Herzlichen Dank; Dominic Lüthi für das VRMandat.com-Team.

 

 

 

DR. BJØRN JOHANSSON ASSOCIATES

 

* Dr. Bjørn Johansson Associates wurde 1993 von Dr. Bjørn Johansson in Zürich gegründet. Heute zählt dieses Unternehmen zu den weltweit führenden Board-Advisory-Boutiquen und bietet sowohl Schweizer wie auch internationalen Unternehmen und Organisationen höchste Servicequalität. Der Fokus von Dr. Bjørn Johansson Associates liegt auf der Direktsuche nach den Top-Führungskräften in Management und Verwaltungsrat. Das Spektrum unserer Klienten reicht von grossen multinationalen Konzernen über mittelständische Unternehmen (KMU) bis hin zu Start-up-Firmen und Non-Profit-Organisationen.
www.johansson.ch

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Welchen Mehrwert bringt der Verwaltungsrat?

Wer eine Aktiengesellschaft gründet, muss zwingend einen Verwaltungsrat (VR) stellen. Was dieser im Unternehmen zu tun und zu lassen hat, ist im Obligationenrecht vorgeschrieben. Doch wie setzt sich der ideale Verwaltungsrat zusammen und welchen Mehrwert bringt er dem Unternehmen?


Der Verwaltungsrat ist die Oberleitung der Gesellschaft, legt die Organisation ebendieser fest und ist verantwortlich für die Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle und der Finanzplanung“ eine Auswahl der Aufgaben, für die ein Verwaltungsrat gemäss dem Obligationenrecht zuständig ist. Das alles hört sich sehr nach Kontrolle an, und womöglich haben viele Unternehmer Angst davor, vom Verwaltungsrat in ein Korsett gezwängt zu werden, das die Realisierung der eigenen Vision nicht mehr erlaubt. Das muss nicht sein. Schliesslich kann man sich den Verwaltungsrat selber zusammenstellen.

 

Von den Erfahrungen profitieren

Keine Frage, der Verwaltungsrat ist und bleibt ein Pflichtorgan. Als Unternehmer wissen Sie aber bestimmt, wie man aus der Not eine Tugend macht. Erika Hillers-Breu, die Verwaltungsratspräsidentin der TRANSLATION-PROBST AG, sieht die Vorteile in der Effizienzsteigerung: «Ein Verwaltungsrat verfügt über einen grossen Rucksack an Erfahrungen, dank derer die Effizienz und Effektivität des Unternehmens gesteigert wird.» Zudem nimmt der Verwaltungsrat eine objektive Position ein, wirft von aussen einen Blick auf das Unternehmen und behält die Langzeit-Entwicklung im Auge. Dadurch können mögliche Chancen früh entdeckt und Gefahren bereits im Keim erstickt werden. Zu guter Letzt kann ein Unternehmen natürlich auch das Netzwerk des Verwaltungsrates für sich nutzen.


Verantwortung teilen

Doch als Geschäftsleiter profitieren Sie nicht nur vom Wissen und der Erfahrung des Verwaltungsrates. Unternehmertum hat leider auch Schattenseiten. Oftmals müssen schwierige Entscheide getroffen werden. Auch solche, die für die Mitarbeitenden schwerwiegende Folgen haben können. In solchen Situationen ist der Verwaltungsrat nicht nur Berater, sondern mitverantwortlich für die Entscheide und trägt diese mit.


Als Inhaber im Verwaltungsrat sitzen

Als Firmeninhaber werden einem keine Entscheidungskompetenzen weggenommen, wenn man eine AG gründet. Schliesslich kann man selber einen Sitz im Verwaltungsrat einnehmen, was bei KMUs üblich ist. Wichtig dabei ist, dass man die operative und strategische Sicht klar voneinander trennen kann. Gelingt dies, wird der Kommunikationsfluss optimiert, und Entscheide können schneller und verbindlicher gefällt werden. Roman Probst, der CEO der TRANSLATION-PROBST AG, sitzt selber im Verwaltungsrat seines Unternehmens. Er hat bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht, da es zu seinen Stärken gehört, Entscheide des Verwaltungsrates umzusetzen. Er kann sich jedoch auch vorstellen, dass es negative Situationen geben kann: «Es kann zu Kompetenzstreitigkeiten kommen, oder man verliert als Inhaber den objektiven Blick auf das Unternehmen, weil man zu nah dran ist.» Eine weitere Gefahr besteht darin, dass man Defizite des Inhabers nicht offen diskutieren kann.


Unter dem Strich kann man sagen, dass der Verwaltungsrat ein sehr sinnvolles Instrument ist, wenn er richtig zusammengestellt und eingesetzt wird. Denn sobald man Mitarbeitende einstellt, ist man als Unternehmer nicht mehr nur für sich selber verantwortlich, sondern auch dafür, dass die Angestellten am Ende des Monats ihren Lohn auf dem Konto haben. Mit der Erfahrung und Unterstützung eines Verwaltungsrates wird das Risiko, dies nicht mehr leisten zu können, im Zaum gehalten und das Unternehmen auf Erfolgskurs gebracht.

 

 

Roman Probst

  * Roman Probst ist Gründer und Verwaltungsratsmitglied der TRANSLATION-PROBST AG. Seit der Gründung des Unternehmens errang Roman Probst neben zahlreichen Auszeichnungen wie Jungunternehmer des Jahres (2006), KTI-Label des Schweizer Bundes (2012) und Spitzenplatz Goldene Feder (2014) vor allem eins: jährliche Wachstumsraten in zweistelliger Höhe. Roman Probst ist Unternehmer aus Leidenschaft und teilt sein Wissen häufig und gerne. Zum Beispiel als Speaker und Dozent, etwa an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Rahmen von Bachelor-, Master- oder Weiterbildungslehrgängen wie auch im nationalen CTI Entrepreneurship Programm.

     
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Teamleistung unter Druck

von Herrn Tibor Koromzay, lic.phil.

 

Dynamik oder Eigendynamik im Sitzungszimmer?

 

Die Erwartungen an Verwaltungsräte sind hoch. Unter anderem wird erwartet, dass sie sich mit ihren Aufgaben beschäftigen und nicht so sehr mit sich selbst. Paradoxerweise gelingt dies umso besser, je mehr sie sich explizit mit sich selbst beschäftigen.

 

In Verwaltungsräten werden Entscheidungen mit langfristigen Auswirkungen gefällt. Es gilt, unternehmerische, ethische, moralische, politische und soziale Gesichtspunkte zu balancieren, Nachhaltigkeit anzustreben, auch im kurzfristigen Profitabilitätsdruck, die Balance zu wahren zwischen aktiver Meinungsäusserung und der Distanz, die die Gewaltentrennung erfordert usw. All dies stellt hohe Anforderungen an die persönliche Integrität und Reife der Verwaltungsratsmitglieder und an ihre Fähigkeit, auf Topniveau als Team zu arbeiten.

 

Das ist hoch anspruchsvoll, ganz besonders in kritischen Situationen, bei denen viel auf dem Spiel steht und der Druck hoch ist, entscheidende Weichen richtig zu stellen. Solche Situationen sind geprägt durch ein hohes Stresslevel und ausgeprägte emotionale Belastung, und hier werden tendenziell alte und gut verankerte Denk- und Verhaltensmuster aktiviert, die die Dynamik im Sitzungszimmer massiv verändern können“ oft zur Überraschung aller Beteiligten, weil sich hier Mechanismen zeigen, die im normalen Alltag verborgen bleiben. Nicht selten wird ein Team von einem solchen Atmosphärenwechsel überrumpelt und gerät in eine Überforderungssituation, in der der Blick auf die Welt getrübt wird.

 

Gerade in solchen entscheidenden Sitzungen ist aber ein klarer Blick gefragt. Teams, die in ruhigeren Zeiten nicht reflektiert haben, wie sie funktionieren, werden in kritischen Situationen ihren eingeschliffenen Verhaltensmustern unter Druck ausgeliefert sein, und dann herrscht Eigendynamik statt Dynamik. In der Nachschau auf Wirtschaftsdesaster wird immer wieder gefragt, wie es kommen konnte, dass hoch intelligente Menschen in einer entscheidenden Situation derart blind agieren konnten, obwohl die nötigen Informationen für eine gute Entscheidung vorlagen. Die Anwort liegt in dem, was im englischsprachigen Raum als "Boardroom Dynamics" bezeichnet wird. Die besondere Atmosphäre solcher Situationen ist immer wieder auch Stoff für Filme wie z.B. "Thirteen Days": dort wird in packender Art die Entscheidungsdynamik während der Kubakrise nachgezeichnet.

 

Solche Extremsituationen sind nicht zu simulieren; was bleibt, ist, sich bestmöglich für sie zu wappnen. Dazu gehört die Reflexion der eigenen Arbeitsweise, ganz besonders auf der Ebene der Teamdynamik. Verwaltungsräte brauchen eine reife Persönlichkeit mit einem hohes Bewusstsein für ihre Verhaltenstendenzen unter Druck, und als Gremium brauchen sie ein Bewusstsein darüber, wie sie mit Konflikten, unscharfen Informationen, mit Diverstität, mit Hierarchie und anderen wichtigen Bereichen der Zusammenarbeit im Team umgehen. Zudem kann es hilfreich sein, einen externen Coach im Raum zu haben, der das Vertrauen des Gremiums geniesst, sich inhaltlich heraushält und sich ausschliesslich darum kümmert, dass das Team gut funktioniert.

 

Mit Eigendynamik ist das so eine Sache: sie alleine in den Griff kriegen zu wollen gleicht einem Münchhausen-Akt. Dazu ist ein Gegenüber nötig, das den Spiegel hochhält, in dem sich ein Team erkennen kann. Den Faktor Emotion unterdrücken zu wollen, nach dem Motto "lasst uns alle ganz rational bleiben" ist chancenlos, das zeigt die Forschung klar.

 

Fazit: Psychologische Dynamik kriegen Sie nicht weg. Aber Sie können immerhin wählen, ob Sie ihr blind oder sehend begegnen, ganz nach dem Motto: "you can't stop the wave, but you can learn to surf".

 

Tibor Koromzay

  * Tibor Koromzay, lic.phil., ist Psychologe und hat 13 Jahre Erfahrung als Geschäftsleitungsmitglied in der Maschinenindustrie. Als freiberuflicher Berater und Coach beschäftigt er sich mit Veränderungsprozessen, Leadership, Zusammenarbeit und persönlichem Wachstum. Dabei legt er einen besonderen Schwerpunkt auf Executive Coaching sowie die Qualität von interner Zusammenarbeit in Teams und Organisationen. Er bietet spezifisch Begleitung von Verwaltungsräten als Coach an.

www.tiborkoromzay.ch

     
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Coaching im Verwaltungsrat

Von Frau Dr. Beatrice Sigrist (SIGRIST COACHING)

 

Wie als Verwaltungsratspräsident mehr Wirkung erzielen ?

Hinter vielen erfolgreichen Führungskräften steht ein Coach. Daten und Erhebungen zu Coachings in Verwaltungsräten sind keine bekannt. Nur soviel: Gemäss Branchenkennern haben Verwaltungsräte eher Coachingerfahrung, wo bereits die jüngere Generation das Ruder übernommen hat und die Branche weniger konservativ ist. Wo steht Ihr Unternehmen?

 

Fünf Gründe für Coaching….

 

Coachingbeziehungen werden gemäss der von PWC 2014 durchgeführten «Global Consumer Awarness Study» aus folgenden 5 Gründen eingegangen:

  1. der Wunsch nach Optimierung der Leistung, sei es von einer Fährungskraft oder vom Team
  2. die Verbesserung von Geschäfts- und Managementstrategien
  3. das Bestreben, Karrieremöglichkeiten zu optimieren
  4. die Stärkung des Selbstvertrauens
  5. das Austarieren der Work-Life-Balance

 

Im Verwaltungsrat

 

1. Leistung hinterfragen und Wirkung erzielen

Branchenkenner schätzen, dass weniger Einzelcoachings als Coachings des Gesamt-VRs nachgefragt werden. In zwei Dritteln der Fälle geht es um die Weiterentwicklung des Gesamt-VRs, zumeist auf Initiative des Präsidenten hin.

Professionalität im Verwaltungsrat ist ein Schlüssel zur Prosperität jedes Unternehmens. In der Schweiz haben Economy Suisse mit dem «Swiss Code» und die SWX  bereits vor zehn Jahren Best-Practice-Standards aufgelegt; sie attestieren der Schweizer Praxis viele vorbildliche Unternehmen. Doch wie effektiv sind Verwaltungsräte in der Schweiz organisiert?

 

Ca. 25 Verwaltungsräte von KMU haben sich zu jährlichem und systematischem Hinterfragen von Leistung bekannt und sind für ihr ganzheitliches Audit mit dem Label «best board practice» ausgezeichnet worden. Andere Verwaltungsräte nutzen Quick-Checklisten zur Standortbestimmung. Externe Benchmarks lösen die Diskussion aus, fördern Selbstreflexion und zeigen auf, ob Sie systematisch genug hinterfragen.

Als Mitgründerin eines Match-Making Business für Investoren und Entrepreneurs in Beijing in 2000 habe ich selbst erlebt, wie das Hinterfragen eines erfolgreichen Match uns den Zugang zu einer ganz neu Investorengruppe eröffnete. Wie steht es um Ihren Verwaltungsrat?

 

2. Verbesserung der Geschäfs- und Managementstrategien: Arbeitsweise und Zusammenkünfte im Verwaltungsrat professionalisieren

Die Optimierung Ihrer Sitzungen führt zu besserem Zeit- und Entscheidungsmanagement während der Sitzungen. Die Sitzungskultur kann vor allem dann verbessert werden, wenn im Verwaltungsrat Alpha-Unternehmer zusammenkommen, die sich anderen gegenüber gewohnheitsmässig durchsetzen. Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Arbeitsweise und Zusammenkünfte ?

 

3. Wo könnte Coaching inskünftig genutzt werden?

Coaching des Gesamt-VR kann Sie also unterstützen, mehr zu erreichen und ergiebigere Gespräche zu führen, um das Beste aus dem gesamten Team herauszuholen. Gemäss den Profildaten der Webseite von VRMandat.com sind Sie erfolgreich als Unternehmer (44%) beziehungsweise Führungskraft (25%) mit VR-Erfahrung. Vermutlich erlebten Sie selbst, dass es Sie eindeutig weiterbrachte, eigene Erfolge zu reflektieren. Was könnte Ihnen auf diesem Kurs ein Einzelcoaching zusätzlich bringen?

 

3.1. Ihre Verwaltungsrats-Karriere zielsicher entwickeln - was ist Ihre "Short-List"?

Erwartungen im Umfeld von Top-Level-Leadership und Rollen sind sehr hoch, und selten explizit ausgedrückt. Talentierte Führungskräfte sind oft allein gelassen, was sich in on-boarding Misserfolgsraten ausdrückt, je nach Studien bis zu 40%. Haben Sie eine Short-List» von Dingen, um effektiv zu führen und in Ihrer Rolle Mehrwert zu schaffen? Was in Ihrem Verwaltungsrat können nur Sie allein tun, in der Rolle, die auszufüllen Sie gewählt wurden? Was können nur Sie einbringen aufgrund Ihrer Stärken und Erfahrungen ? Was können nur Sie bewirken für die Weiterentwicklung und Prosperiät Ihres Verwaltungsrates ?

In meiner Arbeit als Coach hat sich bestätigt, dass umsetzungsstarke Kunden oft «nur» Klarheit brauchen, damit sie die nächsten Schritte selbst angehen.

 

4. Selbstvertrauen von neueintretenden Verwaltungsratsmitgliedern stärken - Mentor sein und fordern

Es wird erwartet, dass sich der neu gewählte Verwaltungsrat möglichst ab der ersten Verwaltungsratsitzung aktiv einbringt. Um diese Erwartung erfüllen zu können, sollte er mehr als einen Tag lang durch die Firma geführt werden, nur so kann er ein echtes Verständnis für das Unternehmen erlangen. Wenn Sie einem neuen Verwaltungsrat Mentor wären, welches Verhalten würden Sie empfehlen und fördern - und von welchem abraten? Wie würden Sie ihm helfen, Resultate zu visualisieren?

Im Coaching geht es darum, persönliches Wachstum und den Aufbau (sowie Erhalt) von Selbstvertrauen zu fördern. Damit meistern (neugewählte) Verwaltungsräte Übergänge rasch und erfolgreich.

 

5. Work-Life-Balance nachhaltig verbessern

Die Mehrheit der Verwaltungsräte gemäss bereits erwähnter Profildaten steht voll im Arbeitsprozess und übernimmt zusätzlich ein VR-Mandat. Ein VR-Mandat bedeutet, sich bei belastetem Zeitbudget nochmals Zeit zu reservieren. Als Coach stelle ich fest, dass Überbelastung tabu, Selbstoptimierung legitim ist und die Bereitschaft, selber auf das Thema Work-Life-Balance zu achten, erst reflektiert wird, nachdem eigene Versuche effizienter zu werden nicht befriedigen konnten.

 

Vision

Es ist toll zu sehen, was Neues entstehen kann, wenn Ziele und unternehmerische Leidenschaft präzise aufeinander abgestimmt sind. Erkannt habe ich das, als ich mit Partnern in den Financial Services von Ernst&Young den Austausch zum Business Development aufbauen durfte. Seither reizt es mich -wie Sie- für diese Vision zusätzlich Zeit, Ideen, und Wissen einzubringen, damit Unternehmen, aber auch Menschen, die diese Unternehmen ausmachen, weiterkommen.

 


Dr. Beatrice Sigrist

  * Dr. Beatrice Sigrist, selbständige Coach für Unternehmer und Führungskräfte seit 2006. Vorher Consultant (ArthurAndersen AG, Ernst&Young AG). Mitglied des Vorstands der International Coach Federation (ICF) Schweiz, Disseration zum Thema: Unternehmerische Chancen erkennen. http://www.sigristcoaching.ch
     
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Voller Einsatz gefordert

Von Raoul D. Stöhlker*

Viele gestandene Persönlichkeiten aus der Wirtschaft spielen mit dem Gedanken, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten als Verwaltungsrat gewinnbringend weiter zu geben. Gleichzeitig suchen viele Schweizer KMU händeringend nach guten Verwaltungsräten. Sie brauchen erfahrene Führungskräfte, die das Unternehmen aus der Gefahrenzone der Routine in eine erfolgreichere Zukunft führen. Erwartet wird aber nicht nur die strategische Weitsicht. Der Verwaltungsrat muss zupacken, verkrustete Strukturen durchbrechen und bereit sein, unliebsame Aufgaben wie Personalabbau, Sparprogramme und die Suche nach neuen Partnerschaften aktiv voranzutreiben.

Der Traum vom Golf spielenden, zwischen Singapur, Paris und London pendelnden Überflieger mit hoher Bezahlung entspricht nicht der Realität. Vielmehr erwarten tausende nach Orientierung ringende Schweizer KMU vollen Einsatz seitens der Verwaltungsräte und dies selbstverständlich mit unmittelbarem Erfolgsnachweis. Die Globalisierung hat den Druck auf nationale Unternehmen massiv erhäht und deren Know-how und Netzwerke reichen nicht mehr aus, um den Konkurrenten aus aller Welt stand zu halten. Die Grenzen im internationalen Wettbewerb haben sich aufgelöst und dem Verwaltungsrat kommt die Verantwortung zu, das Unternehmen vor dem drohenden Untergang zu retten, hinein in eine blühende Zukunft; möglichst sofort versteht sich.

Dieses Bild steht dem Wunsch vieler achtbarer (Top-)Manager, Firmengründer und Berater entgegen, die nach einer erfolgreichen Karriere ihr Wissen auf eine bequeme Weise vergolden möchte. Die Realität sieht anders aus: Wer als VR-Honorar Fr. 60'000.- pro Jahr bezieht, darf sich glücklich schätzen. Deshalb streben viele Profi-Verwaltungsräte gleich drei oder mehr VR-Mandate an. Dies verschafft ihnen schrittweise die Freiheit, die sie anstreben. Die Klienten stellen aber nicht nur hohe strategische Anforderungen, sondern auch Operative. Der Konflikt ist vorprogrammiert.

Wie klappt's? Eine Zweitkarriere als Verwaltungsrat bedarf einer sorgfältigen Planung. Das Know-how, welches man einbringen möchte, muss auf dem neuesten Stand sein. Ein frühzeitig aufgebautes gutes Netzwerk ist auf jeden Fall von Vorteil. Wer in die Rolle des Retters schlüpfen möchte, darf sich nicht allein auf seine Erfahrung verlassen. Jedes VR-Mandat ist eine grosse Herausforderung und kein Mandat gleicht dem anderen. In vielen Fällen misslingt jeder Versuch einer unternehmerischen Neuausrichtung, weil die meist familienbestimmten Schweizer KMU aufgrund ihrer Zusammensetzung, Leidenschaften und Missverständnissen jegliche strategische Änderung im Kern ersticken. Entschlossenheit, Konfliktfähigkeit, voller Einsatz und Führungsstärke muss deshalb jeder Verwaltungsrat mitbringen. Für die bestmögliche Zusammensetzung des Verwaltungsrates ist Diversität entscheidend. Verwaltungsräte sollten sich im Idealfall in ihren Kompetenzen gegenseitig ergänzen. Dies sind auch die Eigenschaften, die jede klassische Geschäftsleitung bieten muss.

Die Wirtschaft hat sich grundlegend verändert und stellt auch an Verwaltungsräte immer höhere Anforderungen. Die gute Nachricht: Es gibt genügend fähige Persönlichkeiten, die Schweizer KMUs einen Weg durch die Kriegszone aufzeigen können und diese auch effektiv begleiten. Deshalb gilt es bei der Suche nach dem geeigneten Verwaltungsrat hinter die Fassade erfahrener Topmanager zu blicken und dann die richtige Wahl zu treffen. Die richtige Wahl kann den gewünschten Erfolg bringen; eine Garantie gibt es nicht. Die falsche Wahl wird den Untergang beschleunigen. Dies ist sicher.


Raoul Stöhlker

  * Raoul D. Stöhlker, VR-Präsident und Geschäftsführender Partner der Stöhlker AG, Zollikon, Unternehmensberatung für Öffentlichkeitsarbeit. Wir unterstützen Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten in sämtlichen Kommunikationsfragen sowie dem nachhaltigen Image- und Reputationsaufbau. Dazu gehören u.a. strategische Kommunikation, klassische Öffentlichkeitsarbeit, Krisenkommunikation und Medientrainings. Zudem führen wir vier Business Clubs in Bern, Basel, Zürich und im Mittelland.
     
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Beiratstätigkeit wird in der Schweiz immer populärer

Von Christoph Kaufmann*

"Habt ihr schon einen Beirat?" Diese Frage kommt sicher einigen bekannt vor. In der Schweiz ist eine zunehmende Tendenz zu Beiratsmandaten erkennbar. Es ziemt sich einen Beirat zu haben, der mit klingenden Namen von Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und der Forschung gut bestückt ist.


Wozu eigentlich ein Beirat und wieso wurde es opportun, Beiräte ins Leben zu rufen?
Beiräte werden oft in GmbHs, in denen es keinen Verwaltungsrat gibt, aber auch in AGs eingesetzt. Grundsätzlich kommen Beiräte jedoch in allen Firmen vor, egal welche Rechtsform vorliegt. Die Rolle des Beirats oder der Beirätin wird sehr unterschiedlich interpretiert und geht von der rein kollegial beratenden und empfehlenden Stimme anlässlich von losen Treffen bis hin zur konkreten Meinungsäusserung und Handlungsempfehlung bei widerkehrenden und strukturierten Sitzungen. Im letzteren Fall kann von einer faktischen Organfunktion ausgegangen werden, womit eigentlich eine vergleichbare Haftung wie z.B. bei Verwaltungsräten durchaus gegeben wäre. Oft stellt man auch fest, dass Beiräte dort eingesetzt werden wo faktisch die Unternehmensführung und Firmeninhaber identisch sind, um sich bei wichtigen Entscheidungen auf eine breitere Meinungsbasis abzustützen. Kleinere Unternehmen kennen diese Art von Beratung schon länger, haben doch viele erfolgreiche Unternehmer ihr eigenes kleines meinungsbildendes Gremium.


Die Beiratstätigkeit wird typischerweise mittels Verträgen vereinbart. In diesen Verträgen wird festgehalten, welche Aufgabe und Verantwortung sowie Entscheidungsbefugnis ein Beirat haben soll, wie oft die Beratung gewünscht wird (lose Treffen vs. strukturierte VR-Sitzung) und wie die Entschädigung geregelt ist. Die Erfahrung zeigt, dass die Vergütung in der Regel tiefer als eine VR-Entlohnung ist, aber durchaus vergleichbar sein kann, wenn z.B. der zeitliche Aufwand analog einer VR-Tätigkeit ausfällt.


Ein konkretes Unternehmensbeispiel aus der Schweiz:
Die Herausforderung einer Hightech Firma im Lifescience Markt lag darin, das Business Modell vom reinen Geräteanbieter hin zum automatisierten Workflow Solution Provider zu entwickeln. Dazu wurde eine Struktur aus Beiräten geschaffen, ein "Sounding Board".
Für jedes spezifische Geschäftsfeld wurden verschiedene Opinionleader aus der ganzen Welt aus den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion oder Marketing zu einem Sounding Board zusammengeführt.


Die Market Manager eines Geschäftsfeldes führten die Sounding Boards. An Innovations-Round-Table Gesprächen präsentierten sie Produktideen oder diskutierten Nutzen und Vorteile verschiedener Workflow Solutions. In diversen Workshops sind so Ideen für neue Produkte und Anwendungen entstanden oder bestehende wurden verbessert. Ausgewählte Mitglieder aus dem Sounding Board setzten diese Workflow Solutions auch in ihren Labors praktisch ein und gaben Feedback zu den neuen Produkten. Mit diesem Vorgehen wurde sichergestellt, dass marktgerechte Lösungen entwickelt wurden. Um die verschiedenen Sounding Boards untereinander konkurrenzieren zu lassen, wurde ein jährliches Symposium für ausgewählte Kunden gegründet, an dem die erfolgreichsten Workflow Solutions präsentiert und prämiert wurden.


Das Sounding Board hatte nur beratende Stimme, konnte jedoch seine Wünsche und Anliegen in die Lösungsentwicklung einbringen. Entschädigt wurden die Teilnehmer durch Übernahme der Reisekosten und Spesen für die verschiedenen Workshops, die zum Beispiel in der schönen Schweiz stattfanden. Weiter konnten die Mitglieder davon profitieren, dass eine für sie optimierte Ausgestaltung einer Workflow Solution entwickelt wurde. Andere Mitglieder nutzten zudem die Möglichkeit, mit Erfahrungsberichten oder Application Notes auf sich aufmerksam zu machen, indem die Firma diese Marketinginstrumente in der Community des Geschäftsbereiches gezielt publizierte.

 

Beide Seiten profitierten so voneinander. Dies war nur mäglich, weil man sich vor der Einsetzung jedes Sounding Boards genau überlegte, was die Aufgaben und Kompetenzen sind und welcher Nutzen einerseits der Firma und andererseits den einzelnen Mitgliedern des Beirates entsteht.


Dieses Beispiel veranschaulicht gut, wie mit dem beschreiten kreativer Wege oft klassische Win-Win Situationen entstehen.




Christoph Kaufmann

  * Initiiert wurde das obige Beirats-Gremium von Herrn Christoph Kaufmann, Inhaber KMU Kaufmann Management- und Unternehmensberatung, Founder Creative~Business~Solutions®, Blumenbergstrasse 6c, CH8633-Wolfhausen, Tel: +41 (0)55 535 20 62, Mob: +41 (0)79 954 37 80, Email: Christoph.Kaufmann@cbsnet.ch
     
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Wie aktiv soll ein Verwaltungsrat sein?

Von Herrn Dr. Søren Bjønness, Partner, Catapult Capital GmbH*

 

Führung vs. Aufsicht vom Verwaltungsrat aus: Praktische Überlegungen

 

In der Schweiz sind die Verantwortungen und Aufgaben des Verwaltungsrates im Obligationenrecht klar aufgelistet (OR 716a). Obwohl diese recht "aktiv" verstanden werden können, wurden sie lange eher "passiv" in der Praxis interpretiert und gelebt. Der Verwaltungsrat hat sich häufig auf die Aufsicht und Kontrolle reduziert (ähnlich der deutschen Bezeichnung "Aufsichtsrat"). Man hatte das Geschehen zu prüfen und Anträge entweder anzunehmen oder abzulehnen. Die Exekutive hatte die aktivere Rolle zu spielen. Viele Aufgaben können und werden delegiert, aber die Verantwortung bleibt beim Verwaltungsrat und kann nicht wegdelegiert werden. Tendenziell hatten früher auch eher nur grössere und institutionalisierte Firmen überhaupt einen Verwaltungsrat. Heute sehen aber auch kleinere Firmen den Nutzen, den sie aus einem Verwaltungsrat ziehen können.

 

Führung wird in der Unternehmenspraxis meist mit Veränderungen in Verbindung gebracht. Dagegen steht Management, was eher als das rationale Verwalten des Bestehenden angesehen werden kann. Dieser Vergleich ist gemeint als Gegenüberstellung und soll die Unterschiede klarer machen, obwohl die zwei Begriffe häufig mit einander vermischt werden und Elemente von einander beinhalten.

 

Die Frage in einem Verwaltungsrat ist, wie viel Führung der Präsident und die Mitglieder ausüben können oder sollen. Generell kann man sagen, dass führungsorientierte Impulse vom Verwaltungsrat umso mehr kommen sollten, wenn:

 

  1. der Firma ManagementkapazitÃä fehlt (weil klein, nicht breit genug aufgestellt, fehlende Einsichten, Mangel an Kompetenzen oder Fähigkeiten, etc.)
  2. die Märkte und das Umfeld, in denen sich die Organisation behauptet, sich schnell verändern
  3. personelle Veränderungen anstehen
  4. die Verwaltungsratsroutinen noch nicht eingespielt sind bzw. die Organisation jung ist
  5. die Kommunikation und Information nicht offen genug ist
  6. wichtige Themen nicht diskutiert werden und Antragslücken entstehen
  7. eine Entscheidungsschwäche spübar ist
  8. Verdacht auf untreues oder zu stark interessengetriebenes Management besteht

 

Empfehlungen:

 

  1. Grundsätzliche Übereinstimmung im Verwaltungsrat über seine Rolle und Funktion (aktive vs. Passive Aufsicht, Initiative für Anträge, Rubber Stamping, etc.)
  2. Gute Routinen (z.B. regelmässige Meetings mit Standardtraktanden)
  3. Alljährliche off-site Strategiehinterfragung (Marktveränderungen, Unternehmensrealisierung, Organisationsentwicklung, etc.)
  4. Keine Doppeltbesetzung mit Managementmitgliedern im Verwaltungsrat, d.h. konsequente Gewaltentrennung. Grundsätzlich ist das Management bei den Verwaltungsratssitzungen dabei, obwohl Auszeiten möglich sind
  5. Kultur der kompletten Offenheit und Förderung von Transparenz und Vertrauen zwischen Verwaltungsrat und Management. Insbesondere zwischen Präsident und CEO/Delegierter; es wird der Dialog und die Diskussion gesucht
  6. Wiederkehrende Hinterfragung von kritischen Themen und deren bewusste Aufarbeitung
  7. Eine gewisse vom Verwaltungsrat ausgehende Unruhe und Beschleunigung darf durchaus spürbar sein, jedoch keine Hyperaktivität. Ein Verwaltungsrat soll genau die Ruhe und Reife ausstrahlen und sicherstellen, die das Treffen von gut fundierten Entscheidungen begünstigt.
  8. Auch von der Anzahl Mitglieder her kleinere Verwaltungsräte können gerade für kleine Firmen sehr viel bewirken, das Management muss diese Möglichkeit nutzen (z.B. für Input, Netzwerke, Verkaufs-Leads, Glaubwürdigkeit, Institutionalisierung, etc.)

 

Diese Diskussion bzw. Empfehlungen sind möglichst praxisbezogen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Viel wichtiger ist es, dass der Verwaltungsrat in einer offenen und vertrauenswürdigen Beziehung mit dem Management sich immer wieder hinterfragt, wie aktiv ihre Rolle gemäss den anstehenden Themen sein müsste. Damit wäre schon viel gewonnen. Und, "when in doubt", lieber aktiv anstatt passiv und abwartend. Fragen stellen! Nicht wissen und zu lange zuschauen kann gefährlich sein, wie die Unternehmenspraxis immer wieder zeigt.


Dr. Søren Bjønness, Catapult Capital GmbH

  * Dr. Søren Bjønness, Partner, Catapult Capital (www.catapult-cap.com), Berater, Coach und Interimsmanager für Positionierung, Wachstum und Unternehmensrealisierung in KMU mit einem Private Equity Unternehmensentwicklungsansatz.
Dissertation zum Thema Führung und Veränderungen in KMU, Universität Basel, 2006.
     
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Anforderungen des VR aus eigener Erfahrung

Von Dr. Christoph Sievers*

VR, Stiftungs- oder Beirat kann man aufgrund des Leistungsausweises und über sein Beziehungsnetz werden. Es gibt heute aber neue Möglichkeiten, systematischer zu suchen. Gefragt sind Netzwerk- und Macherqualitäten und eine lösungsorientierte Arbeitsweise. Man sollte teamfähig sein und eine echte Verstärkung für das Gremium abgeben. Verwaltungsräte sind anspruchsvollen Aufgaben und Rollenkonflikten ausgesetzt und sollten neben der Teamfähigkeit auch Konfliktfähigkeit vorweisen können.


Es gibt verschiedene Profile, z.B. den Branchen und Industriekenner, den Strategie- und Zahlenfachmann, den Juristen und Fachverantwortlichen für Corporate Compliance und den Netzwerker. Dossier-Kenntnis und Erfahrung sind ebenso wichtig, wie die Fähigkeit, Verständnis für die Probleme der Organisation, in welcher man sitzt zu zeigen und auf die Menschen zugehen zu können. Auseinandersetzungen gehören in kleinen Organisationen zur Tagesordnung und über die Dialektik der Sitzung oder des Moments wachsen neue Lösungsansätze.


Reflexionszeit in weniger belasteten Zwischenphasen und eine gute Organisation helfen über die Belastungen des Momentes hinweg. Oft ergeben sich aufgrund der Sitzungskadenz Doppel- oder Dreifachbelastungen, z.B. im Frühling, wenn GV-Zeit ist, die Unternehmen ihre Bücher schliessen und die Zahlen vom VR geprüft und verabschiedet werden sollen. Auch Strategie- und Planungsarbeiten finden bei vielen Firmen zu ähnlichen Zeitpunkten statt.


Der Verwaltungsrat sollte gut zuhören können und dann pragmatische Lösungsansätze im Gremium formulieren. Verwaltungsräte wollen auch Generalisten sein und Ideen von Dritter Seite einbringen, wobei Sachkenntnis und Augenmass zum bestehenden Geschäft notwendig sind.


Der VR muss Verantwortung übernehmen, ob er selber am Kapital der Firma beteiligt ist oder nicht. Er haftet für persönliche oder im Gremium entstandene Fehlleistungen und muss deshalb jederzeit gut im Bilde sein. Moderne Hilfsmittel erleichtern die Aufgabe. Viele Fachzeitschriften, ERFA-Gruppen und das Internet erlauben es dem VR beraten und informiert zu sein.


Gerade bei kleineren Unternehmen ist die Spezialisierung oft nicht so weit geschritten und eine bestimmte Multifunktionalität der Gremien und ihrer Vertreter wesentlich. Gesunder Menschenverstand ist ebenso gefragt, wie die Fähigkeit, mittels Coaching auf die Situation und ihre Träger einzugehen. Gut Ding will Weile haben und Lösungen werden oft erst nach Jahren erreicht. Anderseits soll man den Mut haben, sich aus einem Gremium zurückzuziehen, wenn die Voraussetzungen für zielführende Arbeit aufgrund mangelnder Fähigkeiten der Firmenvertreter oder Konflikten nicht mehr gegeben sind. So gesehen ist eine Verwaltungsratstätigkeit immer bereichernd und führt auch zu Freundschaften. Wie überall ist der Anfang schwer und kommen die Erfolge über die Zeit.


Dr. Christoph Sievers

  * Dr. Christoph Sievers ist seit 2010 Inhaber der Sievers Development GmbH. Er ist seit rund 8 Jahren als Verwaltungs-, Stiftungs- und Beirat tätig und verfügt über 6 aktive Mandate: In einer Bank für Osteuropa in FL, einer Industrie und einer öffentlich-rechtlichen Organisation in Bern, im Tourismus in der CH und in einem amerikanischen Konzern in Spanien sowie bei VRMandat.com in Zürich.
     
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Frauen in Verwaltungsräten - bessere Leistung dank gemischten Gremien

Von Frau Dr. Barbara Rigassi und Dr. Michéle Etienne (ehem. Gründerinnen von GetDiversity GmbH)*

 

In der heutigen, sich schnell wandelnden Umwelt werden komplexe und vielschichtige Anforderungen an ein Unternehmen gestellt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und in diesem Umfeld bestehen zu können, ist eine hohe Diversität von Entscheidungsgremien (auf strategischer und operativer Ebene) bezüglich Kompetenzen, Fähigkeiten und persönlichem sowie sozialem Erfahrungshintergrund zentral. Zwar wird sich ein homogenes Gremium rascher einig, fraglich ist jedoch, ob die gefüllten Entscheide auch alle Aspekte berücksichtigen und demzufolge richtig sind.

 

Eine viel diskutierte Dimension von Diversität ist das Geschlecht. Frauen bringen andere Sichtweisen, Erfahrungen und Wertvorstellungen in ein Gremium ein als Männer. Dies führt nicht nur zu einer ausgewogeneren Diskussionskultur und fundierteren Entscheiden, sondern erhöht erwiesenermassen auch die Profitabilität: Laut einer McKinsey Studie sind SMI-Unternehmen mit mindestens drei Frauen im Management deutlich profitabler. Die Eigenkapitalrendite ist in diesen Unternehmen um 10 Prozent höher als der Branchendurchschnitt, die Gewinnmarge sogar um 48 Prozent.

 

Obwohl Fragen rund um Frauenquoten und Frauen in Führungspositionen aktuell heiss diskutiert werden, ist festzustellen, dass heute bereits 41% der börsenkotierten Unternehmen eine Frau im Verwaltungsrat haben. Aber insgesamt steht die Schweiz bezüglich des Frauenanteils in diesen Gremien im internationalen Vergleich besonders schlecht da: GetDiversity hat 2013 die rund 230 börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz analysiert. Gerade einmal 9% aller Verwaltungsratssitze sind mit einer Frau besetzt; der europäsche Durchschnitt liegt bei 15%.

 

Doch womit ist diese offensichtliche Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Gender-Thematik und der tatsächlichen Inangriffnahme derjenigen zu erklären?

 

Nicht selten ist von männlichen Verwaltungsräten zu hören, dass sie Vakanzen in ihrem strategischen Gremium zwar gerne mit einer Frau besetzen würden, geeignete weibliche Kandidaturen jedoch nicht existierten.

 

In der Überzeugung, dass es diese Frauen durchaus gibt, sie aber zu wenig sichtbar sind, haben die Dr. Michéle Etienne und Dr. Barbara Rigassi, beide selber Verwaltungsrätinnen, 2007 das Unternehmen GetDiversity gegründet und sich damit der Erhöhung des Frauenanteils in strategischen Gremien verschrieben. Heute verfügt GetDiversity über ein grosses Netzwerk von weiblichen Kaderfrauen, Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen und Fachexpertinnen, welche bereit und in der Lage sind, strategische Mandate zu übernehmen. Laut den beiden Gründerinnen ist das häufigste Problem der Frauen ihre fehlende Visibilität und Vernetzung, und dies erklärt grösstenteils auch den geringen Frauenanteil in den Verwaltungsräten. Männer verfügen oftmals über viel breitere berufliche Netzwerke und jedem Verwaltungsratspräsidenten sind bei einer Vakanz im Gremium zahlreiche männliche Kandidaten für eine Nachfolge bekannt. Hingegen gibt es nur eine Handvoll Frauen, welche vielen Entscheidungsträgern bekannt sind. Diese können nicht alle Vakanzen besetzen, was den Eindruck vermitteln kann, dass Frauen kein Interesse an der Besetzung einer solchen Position haben.

 

GetDiversity wird deshalb auch in Zukunft weiter daran arbeiten, die Sichtbarkeit von hochqualifizierten Frauen zu erhöhen. Gleichzeitig liegt es aber auch an den Frauen selbst, sich zu positionieren und gegenüber Entscheidungsträgern ihre Ambitionen auch darzulegen.




Dr. Michèle Etienne, Dr. Barbara Rigassi (GetDiversity GmbH)

  * GetDiversity wurde 2007 von den erfahrenen Verwaltungsrätinnen Dr. Michéle Etienne und Dr. Barbara Rigassi gegründet. GetDiversity unterstützt Unternehmen und Organisationen bei der Besetzung der Verwaltungsräte und ist darauf spezialisiert, als einzige VR-Vermittlungsagentur bei jeder Vakanz mindestens ein Verhältnis von 50:50 zwischen männlichen und weiblichen Kandidaturen zu präsentieren. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen nicht erst rekrutiert werden, sondern wurden in einem mehrstufigen Aufnahmeprozess im Vorfeld rekrutiert. Somit kann das Unternehmen für jede Vakanz zeitnah geeignete Kandidaturen vorschlagen. www.getdiversity.ch.